Wie benutzt man effektiv online Videos in Trainings – das war die Hauptfrage, die bei dem Workshop zur Bildung von Kapazitäten in Sofia, Bulgarien, diskutiert wurde. Er fand vom 27. September bis zum 1. Oktober 2017 statt.

Teilnehmer aus Deutschland, der Tschechischen Republik und der Schweiz kamen nach Sofia um die Nutzung von Videos in Jugendarbeit zu diskutieren. Zusammen mit ihren Kollegen aus Bulgarien haben sie gelernt, welche Vorteile Lehrer/Trainer und Schüler durch die Nutzung von Videos im Unterricht haben können.

YouTube ist heutzutage eine riesige Quelle von Videos, die bei der Arbeit mit Jugendlichen hilfreich sein können. Es ist nicht mehr der Fall, dass Lehrer in theoretischem Unterricht Monologe halten. Videos zeigen was Lehrer nicht zeigen können. Lehrvideos, Tutorials, Vlogs – sie alle können die Möglichkeiten der Trainer erweitern.

Es gibt im Internet viele Videos, die genutzt werden können. Aber welche sind gut und für Lernzwecke angebracht? Die Trainer versuchten diese Frage zu beantworten. Jakob Töbelmann aus Deutschland teilte sein Wissen über die technischen Aspekte von Videos. Was macht ein Video gut? Der deutsche Trainer hatte viele Beispiele und gibt zu (dieses und folgende Zitate sind übersetzt): „Ich glaube Onlinemedien sind eine sehr wichtige, wenn nicht die wichtigste, Informationsquelle geworden, besonders für junge Menschen. Diese Art von Inhalt in den Unterricht oder Workshops einzuschließen ist die logische Konsequenz, sowohl in formaler wie auch informaler Bildung. Allerdings müssen Lehrer und Trainer in der Lage dazu sein, zu identifizieren welche Arten von Videos ihren Zielen am besten dienen, was Inhalt und technische Aspekte angeht. Und das ist es, was wir hoffentlich in unseren Workshops schaffen.“

Ein Höhepunkt des Trainings war eine Debatte: traditionelle Medien gegen Onlinemedien. Die Teilnehmer sollten die Rollen von Anwälten einnehmen – Staats- und Rechtsanwälte. Die Debatte simulierte eine Gerichtsverhandlung. Und auch wenn die Trainer kein Urteil fällten – die Teilnehmer entschieden selbst, wer gewann und wem die Zukunft gehört. Simon Leifeling aus Deutschland meinte, es sei eine toll gewählte Arbeitsmethode: „Die Debatte über die Möglichkeiten und Risiken von neuen digitalen Medien im Vergleich zu traditionellen Medien war sehr interessant. Die Methode es wie eine Verhandlung zu gestalten brachte alle dazu, über Argumente für und gegen beide Seiten nachzudenken“.

Am Ende des Treffens mussten die Teilnehmer ein ganzes Training planen, das sie theoretisch zukünftig durchführen – was mit in Betracht gezogen werden musste, war die Nutzung von Videos, die im Internet verfügbar sind. „Am letzten Tag des Workshops setzten die Teilnehmer das erlernte Wissen in inklusiver Bildung praktisch ein. Sie arbeiteten zusammen um einen eintägigen Workshop mit verfügbaren Onlinevideos zu planen. Der Workshop wurde durch das Open Space Technology Format durchgeführt. Alle Teilnehmer zeigten ihre Ergebnisse an der Tafel und präsentierten sie der Gruppe. Drei multinationale Teams formten sich um die Ideen, die am meisten Interesse weckten – Lernen, das durch Gamification mehr Spaß macht; Nutzung von Smartphones in Jugendbildung; und Balance zwischen Erfolg und Misserfolg. Die Teilnehmer waren motiviert an Aufgaben zu arbeiten, die für sie relevant sind, sie konnten aus Präsentationen zu verschiedenen Trainingsprogrammen Nutzen ziehen und mit ihren Rückmeldungen und Ideen zur Arbeit anderer Gruppen beitragen“ – fasst die bulgarische Trainerin Nevena Rakovska zusammen.

Mehr Informationen über das Projekt: http://www.bennohaus.de/internationales/ako/indvt-inklusives-digital-video-training-in-der-jugendarbeit/