Bürgerjournalismus in der Ukraine. Projekt des Arbeitskreises Ostviertel endet mit Konferenz in Kiew

Medien fungieren als Vermittler zwischen aktuellen Ereignissen, Geschehnissen und den Bürgern. Eine wichtige Aufgabe ist die Herstellung von Öffentlichkeit, im günstigsten Fall einer Öffentlichkeit, die sich mit zivilgesellschaftlichen Diskursen aktiv auseinandersetzt. Damit ist jedoch noch nicht gewährleistet, dass Bürger sich auch zivilgesellschaftlich aktiv engagieren. Die Bürgermedien bieten die Möglichkeit des aktiven Engagements. Sie greifen zivilgesellschaftliche Themen und Fragestellungen auf und bearbeiten diese.

Ein gelungenes Beispiel von Engagementpolitik durch Bürgermedien ist das mehrmonatige Projekt „Bürgerjournalismus und digitaler Mediendialog für gesellschaftliche Teilhabe“, welches mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschlands vom Arbeitskreis Ostviertel e.V., dem Trägerverein des Bürgerhauses Bennohaus, durchgeführt wurde und nun erfolgreich in Kiew beendet wurde.

Das Projekt förderte die zivilgesellschaftlichen Strukturen und die Zusammenarbeit zwischen den Partnerländern Ukraine, Belarus und Deutschland. Als Zielsetzungen wurden angestrebt: Die Zusammenarbeit der Zivilgesellschaft in den Bereichen Medien, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen, die Qualifizierung von Journalisten und Studenten im Medienbereich, die Förderung des Pluralismus und föderaler Strukturen durch Auf- und Ausbau von Information, Meinungs- und Medienvielfalt und die Vermittlung der Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Bei dem Projekt arbeitete der Arbeitskreis Ostviertel e.V. mit dem Offener Kanal Ludwigshafen (Ludwigshafen), dem Forum ukrainischer Journalisten (Lutsk), dem Institut für Journalismus der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität (Kiew) und der Belarussian Association of Journalists (Minsk), dem Bundesverband Bürger- und Ausbildungsmedien (Ludwigshafen) und dem European Youth4Media Network e.V. (Münster) zusammen. Zur Bearbeitung der Themen und Inhalte wurden Akteure der Zivilgesellschaft, Journalisten, Medieneinrichtungen, Politiker, Verwaltungs- und Regierungsmitglieder, öffentliche Institutionen und Einrichtungen der Daseinsfürsorge befragt, einbezogen und involviert. Es wurden vierzig qualifizierte Bürgerjournalisten und NGO-Mitarbeitern in der Ukraine und Belarus ausgebildet. In den Trainingskursen des Projektes entstanden mediale Beiträge, Filme sowie Artikel und Blogs zum Thema bürgerschaftliches Engagement und Partizipation, Föderalismus und Gewaltenteilung, Wirtschaft und Ausbildung, die auf einer gemeinsam entwickelten multimedialen Internetplattform und in den Medien der beteiligten Länder verbreitet werden. Die Ergebnisse des Projektes wurden auf der Abschlusskonferenz am 24.11. in Kiew einem breiten Publikum und der Presse vorgestellt. Auf der Konferenz wurden neue Konzepte, Modelle, Projekte zur weiteren Zusammenarbeit in der Ukraine und Belarus entworfen und geplant. Es wurden Strukturen und Netzwerke geschaffen, die dauerhaft zusammenarbeiten und sich befruchten. Durch die Einbeziehung unterschiedlicher Akteure und Stakeholder sowie die gute mediale Berichterstattung erfuhr das Projekt eine hervorragende öffentliche Verbreitung in den beteiligten Partnerländern.

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