„Die Melodie ist bald wild, dass du daran ersticken möchtest, weil du plötzlich merkst, wie fade und erbärmlich bisher dein Leben war, kein Menschenleben. Bald ist sie traurig und du spürst das Leben zwischen deinen Fingern wie Sand zerrinnen, und es gibt keine Rettung mehr.“ Mit diesen Worten beschrieb Nikos Katzantzakis in „Alexis Zorbas“ das Wesen der griechischen Musik. Und treffender könnte auch „Rembetiko“ nicht erklärt werden. Denn der in den Hafenschänken von Piräus geborene „griechische Blues“ erzählt vom Leben, Leiden und von den Leidenschaften der einfachen Leute: Vom harten Alltag, von Unterdrückung, von Knasterfahrungen, von unerfüllter Liebe und von der unbändigen Lust zu leben. Und die Rembetes wussten wovon sie sangen. Denn sie waren Flüchtlinge, die ein paar Jahre zuvor im Zuge der kleinasiatischen Katastrophe aus der Türkei nach Griechenland zwangsumgesiedelt wurden und nun entwurzelt, arbeits- und perspektivlos in den Hafenstädten zu überleben versuchten. Im Rembetiko spiegelt sich sich die kulturelle Vielfalt dieser Schmelztiegel wieder, denn in den Liedern mischen sich unzählige Rhythmen, Harmonien und Sprachen von Morgen- und Abendland.

Die Hallas-Krisen-Kompania aus Monasteraki (Münster) spielt den „Rembetiko“ in seinem ursprünglichen Geist: direkt, schnörkellos, kantig und mit der unbändigen Lust auf das Leben.

Darüber hinaus wird Prof. Dr. Thede Kahl als Einführung in den Abend einen Vortrag zum Thema „Entstehung und Wandel einer städtischen Musikkultur Griechenland-tarembetika“ halten.

Neben dem Arbeitskreis Ostviertel e.V. ist auch die Deutsch-Griechische Gesellschaft Münster e.V. Veranstalter.


Veranstaltungsdaten

Datum: 07.02.2015

Uhrzeit: 20:00 bis 22:00 Uhr

Veranstaltungsort: Bürgerhaus Bennohaus

Rubrik(en):

Raum: Benno 1 (Saal)

Eintritt: 9 Euro, erm. 7 Euro

Veranstalter: Arbeitskreis Ostviertel e.V.

Livestream: Nein